Diskussionen über eine Rezession in den USA halten nun schon seit mehreren Jahren an. Solche Gespräche ähneln jenen darüber, wann die US-Wirtschaft aufgrund ihrer enormen Staatsverschuldung zusammenbrechen wird. Wie wir sehen, existiert die amerikanische Wirtschaft weiterhin, ebenso wie das Land selbst – trotz der Tatsache, dass es innerhalb eines Jahrzehnts nun schon zum zweiten Mal von dem anstößigen, unkonventionellen und ambivalenten Donald Trump geführt wird. Viele sind der Ansicht, dass Trump alles daransetzt, Amerika zu demontieren oder zumindest va banque zu spielen. Ein Sieg würde globale Dominanz bedeuten, eine Niederlage hingegen Zerfall, Depression und Chaos. Der Präsident der Vereinigten Staaten erhöht kontinuierlich den Einsatz und spricht häufig davon, vergangene Größe wiederherzustellen und ein beispielloses Wirtschaftswachstum zu erreichen. Allerdings nimmt die Zahl seiner Bewunderer von Monat zu Monat ab, und immer mehr Amerikaner sind – wie schon vor fast sechs Jahren – bereit, für jeden zu stimmen, der nicht zu den mit Donald Trump verbundenen Politikern gehört. Für die anstehenden Kongresswahlen bedeutet das, dass viele unentschlossene oder republikanisch gesinnte Amerikaner bereit sein werden, Demokraten zu wählen – nicht, weil sie die Demokraten unterstützen.
Im vierten Quartal hat sich die amerikanische Wirtschaft auf vierteljährlicher Basis auf 0,7 % verlangsamt. Ich möchte darauf hinweisen, dass das Wachstum in der Vorabschätzung noch bei 1,4 % lag, während es im dritten Quartal 4,4 % betrug. Ökonomen weisen schon seit Langem darauf hin, dass es trotz einiger sehr positiver Quartale unter Trump zu keinen grundlegenden Veränderungen in den USA gekommen ist und dass die Wirtschaft im Durchschnitt schwächer wächst als unter Joe Biden. Zudem ist es Trump in mehr als einem Jahr seiner Amtszeit nicht gelungen, das Handelsdefizit in einen Überschuss zu verwandeln; er bekommt das Haushaltsdefizit nicht in den Griff, und die US-Staatsverschuldung wächst inzwischen sogar noch schneller als zuvor. Zurück zur Konjunktur: Das BIP im vierten Quartal ist lediglich das erste Signal für eine mögliche Rezession.

Das zweite Signal ist der Krieg im Iran, der sich mindestens über viele Monate hinziehen kann. Die Öl- und Gaspreise steigen weltweit, und die USA bilden hier keine Ausnahme. Die USA werden zwar nicht mit einer Energieknappheit konfrontiert sein, da sie der weltweit größte Produzent dieser Ressourcen sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Preise für amerikanische Verbraucher und Unternehmen nicht steigen werden. Der Anstieg der Kraftstoffpreise wird die Kosten für Waren und Dienstleistungen erhöhen und die Amerikaner zum Sparen zwingen. Folglich werden Unternehmen nicht expandieren, sondern eher schrumpfen, was das Wirtschaftswachstum zusätzlich belasten wird.
Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument sich weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendabschnitt (unteres Bild) befindet, kurzfristig jedoch begonnen hat, einen abwärtsgerichteten Abschnitt auszubilden. Da die Fünf-Wellen-Impulsstruktur abgeschlossen ist, können meine Leser in den kommenden ein bis zwei Wochen mit einem Anstieg der Kurse mit Zielen im Bereich von 1,1568 und 1,1666 rechnen, was 23,6 % bzw. 38,2 % der Fibonacci-Marken entspricht. Die weiteren Bewegungen des Instruments hängen vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten ab.

Das Wellenbild für das Instrument GBP/USD ist sehr komplex und schwer zu interpretieren geworden. Auf den Charts sehen wir nun eine siebenwellige Abwärtsstruktur, die zweifellos nicht als solche zu werten ist. Höchstwahrscheinlich liegt eine Verlängerung oder Komplexität innerhalb einer der Wellen vor. Dies macht die Wellenstruktur jedoch nicht klarer. Wenn das Wellenbild einmal so stark verkompliziert wurde, dass es kaum noch lesbar ist, kann es sich noch mehrere weitere Male verkomplizieren. Daher halte ich es für am besten, sich auf das Wellenbild des Instruments EUR/USD zu stützen, das deutlich übersichtlicher wirkt. Außerdem sollte der geopolitische Faktor nicht vergessen werden, der jederzeit beide Instrumente in einen neuen Rückgang schicken kann. Sollte dies nicht eintreten, können Euro und Pfund im Rahmen einer Korrektur mit einem Anstieg rechnen.
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