Das Währungspaar EUR/USD setzte seine relativ schwache Abwärtsbewegung am Freitag fort; der nächste Rückgang dürfte jedoch weniger ausgeprägt ausfallen. Entscheidend ist, dass das Paar erneut langsam nach unten driftet, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach dem US-Dollar wieder steigt. Das ist nicht überraschend, denn die Lage im Nahen Osten hat sich in den letzten Tagen nicht verbessert. Trotz vielversprechender Aussagen von Donald Trump dauert der Krieg an, die Straße von Hormus bleibt blockiert, und die Ölpreise kriechen weiter nach oben. Zudem könnte Jemen die Meerenge Bab al-Mandab blockieren, was die globale Lage auf den Märkten für Öl und Gas weiter verschärfen würde. Damit ist die erneute Stärke des Dollars rein geopolitisch getrieben.
In den vergangenen zwei Monaten hat der Markt der makroökonomischen Lage oder den Sitzungen der Zentralbanken praktisch keine Beachtung geschenkt. So könnte die EZB beispielsweise bereits im kommenden Monat ihren Leitzins anheben, doch der Euro fällt dennoch weiter. Die Konjunkturdaten von der anderen Seite des Atlantiks bleiben recht schwach und enttäuschend, aber der Dollar steigt dennoch mit bemerkenswerter Sicherheit. Entsprechend werden auch in der nächsten Woche geopolitische Fragen für die Trader wieder im Vordergrund stehen.
Gleichzeitig werden in Europa unter den aktuellen Umständen mehrere wichtige Daten veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen dabei die Inflationszahlen für Deutschland und die Eurozone für den Monat März. Dies ist der erste Inflationsbericht für März und wird Aufschluss darüber geben, wie sich die stark gestiegenen Ölpreise auf die Verbraucherpreise auswirken. Derzeit wird für Deutschland ein Anstieg der Inflation auf 2,6 % erwartet, während für die Eurozone insgesamt 2,8 % prognostiziert werden. Tatsächlich könnten die Werte aber noch höher ausfallen. Je stärker die Inflation im März anzieht, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB im April ihre Geldpolitik strafft.
Kann die europäische Währung davon profitieren? Unserer Ansicht nach nur, wenn sich die Lage im Nahen Osten nicht weiter verschlechtert und die Meerenge Bab al-Mandab nicht zusätzlich zur Straße von Hormus blockiert wird. Anders ausgedrückt: Wenn sich die geopolitischen Rahmenbedingungen weiter eintrüben und die Märkte keine Signale einer Entspannung im Nahen Osten erhalten, könnte der Dollar weiter steigen – weitgehend unabhängig von anderen Faktoren. Beginnt sich die Situation hingegen zu verbessern, könnte der Dollar trotz aller übrigen Rahmenbedingungen unter Druck geraten. Die Inflationsdaten haben daher eher informativen Charakter.
Darüber hinaus werden in den USA Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, allerdings ist festzuhalten, dass der Markt diese in den vergangenen Monaten weitgehend ignoriert hat. Die Zahlen für Februar waren durchweg enttäuschend, ohne dass dies die bärische Stimmung am Markt beeinflusst hätte. Somit richtet sich die Aufmerksamkeit voll auf geopolitische Faktoren, die Aussagen von Trump, die Ereignisse im Nahen Osten, Verlautbarungen der iranischen Führung und nun möglicherweise auch Entwicklungen im Jemen. Es ist noch zu früh, um das Ende des globalen Aufwärtstrends auszurufen; doch mit jeder Woche nähert sich das Währungspaar EUR/USD einem möglichen Bruch dieses Trends. Der Dollar kann sich dabei jedoch ausschließlich auf die geopolitischen Faktoren stützen. Sobald dieser Faktor neutralisiert ist, könnte die Stärke der US-Währung abrupt nachlassen.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD über die letzten 5 Handelstage beträgt per 30. März 80 Pips und wird als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar am Montag in einer Spanne zwischen 1,1429 und 1,1589 gehandelt wird. Der obere lineare Regressionkanal hat nach unten gedreht, was auf einen Trendwechsel hinweist. Der CCI‑Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und hat eine „bullische“ Divergenz ausgebildet, was erneut auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hindeutet. Allerdings lastet die Geopolitik weiterhin auf dem Paar.
S1 – 1,1475
S2 – 1,1353
S3 – 1,1230
R1 – 1,1597
R2 – 1,1719
R3 – 1,1841
Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Abwärtsbewegung fort, die von geopolitischen Faktoren bestimmt wird. Das übergeordnete fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt äußerst negativ, doch seit über einem Monat konzentriert sich der Markt fast ausschließlich auf die Geopolitik, wodurch alle anderen Faktoren praktisch in den Hintergrund treten. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short‑Positionen mit Kurszielen bei 1,1475 und 1,1429 in Betracht gezogen werden. Long‑Positionen oberhalb des gleitenden Durchschnitts sind mit Zielen bei 1,1963 und 1,2085 relevant, jedoch setzt eine derartige Aufwärtsbewegung eine zumindest leichte Verbesserung des geopolitischen Umfelds voraus.
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