Trump verspricht in einer Erklärung, den Krieg zu beenden, während er gleichzeitig aktiv Iran bombardiert. Solche Äußerungen sorgen zweifellos für Verwirrung unter den Tradern. Die deutliche Aufwertung des US-Dollar war folglich die Reaktion des Marktes auf neue, widersprüchliche Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump. Nur einen Tag nachdem er sich zuversichtlich hinsichtlich eines baldigen Endes der militärischen Auseinandersetzungen gezeigt hatte, zeichnete Trump ein völlig anderes Bild und deutete an, dass innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen ein äußerst kräftiger Schlag gegen Iran möglich sei. Diese Informationen, vorgetragen in Trumps typischer Manier, lösten eine Welle von Spekulationen und Nervosität an den Finanzmärkten aus und führten zu einer Aufwertung des Dollar gegenüber risikoreicheren Anlagen.
Die heutige europäische Handelssitzung dürfte kaum reich an wichtigen Konjunkturereignissen sein. In der ersten Tageshälfte werden sich die Marktteilnehmer ausschließlich auf Italien konzentrieren, wo Daten zu den Veränderungen im Einzelhandel veröffentlicht werden. Diese Zahlen gehören zu den wichtigsten Indikatoren der Konsumaktivität und damit des allgemeinen Zustands der Volkswirtschaft des Landes. Es wird erwartet, dass die Daten Aufschluss über die Widerstandskraft der Binnennachfrage in Italien geben.
Parallel zu den italienischen Daten wird das Wirtschaftsbulletin der Europäischen Zentralbank erwartet. Dieses Dokument enthält üblicherweise eine detaillierte Analyse der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Euroraum, eine Einschätzung der Inflationsrisiken und eine Bewertung der Wachstumsaussichten. Darüber hinaus kann das Bulletin zusätzliche Signale in Bezug auf die künftige Geldpolitik der EZB liefern, was vor dem Hintergrund der derzeitigen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheit von besonderer Bedeutung ist.
Was das britische Pfund betrifft, wird im heutigen Handel mit einer Fortsetzung des bärischen Trends gerechnet. Das Fehlen wichtiger Veröffentlichungen aus dem Vereinigten Königreich schafft ein Informationsvakuum, das zusätzlichen Druck auf das Währungspaar GBP/USD ausüben dürfte. Ein Markt ohne neue Daten für die Fundamentalanalyse neigt dazu, bestehende Trends zu verstärken – in diesem Fall erscheint eine Fortsetzung des Abwärtstrends wahrscheinlich.
Sollten die Daten den Erwartungen der Ökonomen entsprechen, ist es sinnvoller, nach der Mean-Reversion-Strategie zu handeln. Fallen die Daten deutlich besser oder schlechter aus als von den Ökonomen erwartet, bietet sich eher die Momentum-Strategie an.



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