Analytical Reviews

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EUR/USD Analyse – 19. Mai: Der Euro fällt nach schwachen britischen Konjunkturdaten
14:32 2026-05-19 UTC--4

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart von EUR/USD hat sich verändert. Vom Abbruch des seit Januar vergangenen Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments (im unteren Chart dargestellt) kann zwar noch keine Rede sein, doch die Wellenstruktur dieses Trends hat mittlerweile einen korrektiven Charakter angenommen. Langfristig könnte sich eine Welle C ausbilden, deren Tief unter dem Tief der Welle A liegen müsste. Derart starke Rückgänge des Euro erscheinen derzeit schwer vorstellbar, aber das erste Quartal 2026 hat gezeigt, dass die Geopolitik Erstaunliches bewirken und bestehende Trends umkehren kann.

Im niedrigeren Zeitfenster lässt sich eine klassische, dreiwellige Aufwärtskorrektur erkennen. Nach Abschluss dieser Struktur begann sich ein neues abwärtsgerichtetes Trendsegment zu formen, das der Logik nach impulsiv sein sollte. Trifft diese Annahme zu, dürfte sich innerhalb einer Welle C höheren Grades eine fünfwellige Struktur entwickeln, mit Zielen unterhalb der Marke von 1,1400. Gibt es eine fundamentale Rechtfertigung für eine derart kräftige Dollarstärkung? Meiner Ansicht nach derzeit nicht. Der Montag hat gezeigt, dass Teheran und Washington an den Verhandlungstisch zurückkehren könnten, was eine weitere, deutliche Dollaraufwertung eher unwahrscheinlich machen würde.

Das Währungspaar EUR/USD setzte seinen Rückgang am Dienstag fort und hatte bis zum Beginn der US-Session rund 50 Basispunkte verloren. Wie sich zeigt, war der Anstieg des Euro am Montag nichts weiter als ein Zufall. Zwar könnten Iran und die USA schon bald wieder verhandeln und keine der beiden Seiten ist aktuell auf Eskalation ausgerichtet, dennoch glaubt der Markt weiterhin weder an einen kurzfristigen Waffenstillstand noch an eine baldige Wiederöffnung der Straße von Hormus. Die vermutete Welle 3 oder C setzt ihre Entwicklung fort und könnte im Bereich von 1,1578 enden, was dem 61,8 %-Fibonacci-Retracement entspricht.

Der Nachrichtenhintergrund bot am Dienstag eigentlich keinen Anlass für Schwäche des Euro. Zwar drohte Donald Trump Iran erneut, zugleich bestätigte er aber, dass neue Angriffe zumindest für einige Tage und möglicherweise auf unbestimmte Zeit verschoben würden. Trump erklärte, dass die UAE und Saudi-Arabien ihn gebeten hätten, die Aggression gegen Iran nicht wiederaufzunehmen, da sie in naher Zukunft Chancen auf ein Abkommen sähen. Wie belastbar diese Informationen sind, ist unklar, zumal die saudische Führung erst am Montag mitgeteilt hatte, einen Vergeltungsschlag gegen Iran für Drohnenangriffe auf eines ihrer Atomkraftwerke vorzubereiten. Ich gehe davon aus, dass Trump keinen neuen Krieg beginnen will und deshalb eine Eskalation so weit wie möglich hinauszögert.

In Großbritannien wurden heute die Arbeitsmarktdaten für März veröffentlicht. Die Arbeitslosenquote fiel höher als erwartet aus, was zu weiteren Rückgängen sowohl beim Pfund als auch beim Euro führte. Aus alledem folgt, dass der aktuelle Nachrichtenhintergrund nicht ausreicht, um die abwärtsgerichtete Wellenstruktur zu vollenden. Unter Berücksichtigung der Möglichkeit, dass diese Struktur eine Welle C höheren Grades darstellen könnte, kann der Rückgang unter die Marke von 1,1400 weitergehen.

Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Basis der EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Ergebnis, dass das Instrument weiterhin in einem übergeordneten Aufwärtstrendsegment (unterer Chart) verbleibt, sich kurzfristig jedoch in einer Korrekturstruktur befindet. Das korrektive a-b-c-Wellenmuster scheint abgeschlossen zu sein. Dementsprechend entwickelt sich aktuell Welle 3 oder C, die Teil einer größeren Welle C sein könnte. Die vollständige Welle C könnte (bei korrekter Zählweise) deutlich unterhalb des Bereichs von 1,1400 enden. Ein solches Szenario würde allerdings eine starke geopolitische Unterstützung erfordern. Andernfalls könnte die abwärtsgerichtete Wellenstruktur die Form von a-b-c annehmen und im Bereich von 1,1578 enden.

Im höheren Zeitrahmen ist ein Aufwärtstrendsegment erkennbar, auf das nun die Ausbildung einer korrektiven Wellenstruktur folgt. Kurzfristig ist die Entwicklung einer Welle C mit Zielen um 1,1352 zu erwarten, was dem 38,2 %-Fibonacci-Niveau entspricht. Nach Abschluss der A-B-C-Struktur könnte ein neuer, langfristiger Aufwärtstrend beginnen.

Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:

  1. Wellenstrukturen sollten einfach und eindeutig sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und führen häufig zu Anpassungen.
  2. Bei Unsicherheit am Markt ist es besser, nicht einzusteigen.
  3. Es gibt keine und kann keine 100%ige Sicherheit in Bezug auf die Marktrichtung geben. Verwenden Sie immer Stop-Loss-Orders.
  4. Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.

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