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Neuseelands BIP entspricht in etwa den Prognosen; die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der RBNZ im Juli bleibt hoch
07:39 2026-06-24 UTC--4

Die Daten zum neuseeländischen BIP für das erste Quartal entsprachen weitgehend den Prognosen, die Wirtschaft setzt ihre moderate Erholung fort, und die Daten für das vierte Quartal des vergangenen Jahres wurden nach oben revidiert. Unter Berücksichtigung dieser Revision lag die jährliche Wachstumsrate im ersten Quartal mit 1,5 % über den Erwartungen. Der Konsum stieg sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor, zudem kam es zu einer Belebung in der Landwirtschaft und im Baugewerbe.

In den vergangenen Wochen sind Hochfrequenzindikatoren wie Kartenzahlungen sowie die Unternehmens- und Verbrauchervertrauensindizes gestiegen. Dies dürfte die gesunkenen Kraftstoffpreise gegenüber ihren Höchstständen widerspiegeln. Es besteht weiterhin erhebliche Unsicherheit über die Geschwindigkeit der Erholung. Bleiben die Ölpreise jedoch auf dem aktuellen, niedrigeren Niveau, geht das Basisszenario davon aus, dass die seit März zu beobachtende Abschwächung einem Wiederanstieg des Wirtschaftswachstums weichen wird.

Die BIP-Daten dürften die Haltung der RBNZ kaum wesentlich beeinflussen, da die Entwicklungen auf der globalen Bühne weiterhin der entscheidende Faktor für die Inflationsaussichten bleiben. Wirtschaftswachstum spricht für eine Zinserhöhung, da der Bedarf an konjunktureller Unterstützung abgenommen hat. Obwohl die Konsumausgaben leicht unter den Prognosen lagen, stiegen die Staatsausgaben solide um 1,5 % und die Unternehmensinvestitionen legten um 3,7 % zu, was insgesamt Anlass gibt, auch im zweiten Quartal mit einem kräftigen Wachstum zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der RBNZ im Juli bleibt hoch.

Somit sprechen die binnenwirtschaftlichen Faktoren für eine Zinserhöhung der RBNZ, was den Kiwi wiederum stützen und stärken dürfte. Die Marktreaktion auf die Straffung durch die Fed ist noch nicht vollständig verarbeitet. Eine Aufwertung des Dollar ist in diesem Zusammenhang logisch, doch es gibt nur wenige Gründe, mit einem lang anhaltenden Aufwärtstrend für den Dollar zu rechnen.

Bis Ende Juni werden keine wichtigen Konjunkturnachrichten erwartet, sodass sich der Kiwi voraussichtlich im Gleichklang mit dem breiteren Devisenmarkt bewegen und auf mehr Klarheit sowohl in Bezug auf den Dollar insgesamt als auch hinsichtlich der weiteren Entwicklungen im Persischen Golf warten wird. Dubai Crude fiel auf 73 US‑Dollar und liegt damit deutlich unter dem Höchststand von 102,37 US‑Dollar, der am 4. Mai verzeichnet wurde; die Versorgung ist trotz der Spannungen relativ stabil, und die einzige Anpassung der Markterwartungen an die RBNZ bestand in einer Reduzierung der für dieses Jahr erwarteten Anzahl von Zinserhöhungen von vier auf drei. Dies ist in jedem Fall ein bullisches Szenario für den Kiwi, sofern die RBNZ nicht enttäuscht.

Die spekulativen Positionierungen im NZD haben sich in der Berichts­woche auf –2,7 Milliarden verschlechtert, und der implizite Kurs hat nach Süden gedreht.

Eine Woche zuvor hatten wir darauf hingewiesen, dass der Kiwi sich selbstsicher zeigte und dass ein neues Tief bei 0,5763 nur im Falle klar falkenhafter Signale des FOMC zu erwarten sei. Genau das ist eingetreten. Der zweite Faktor, der den Kiwi unter Druck setzt, ist die Stabilisierung der Ölpreise, wodurch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass die RBNZ im Juli die Zinsen anhebt. Diese Faktoren haben letztlich den Druck auf NZD/USD verstärkt. Der bärische Impuls könnte sich in Richtung der Unterstützung bei 0,5575 ausweiten. Auf längere Sicht wird jedoch kein starker Rückgang erwartet, sodass ein Anlaufen der Marke von 0,5575 Kaufsignale liefern könnte.

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