Analytical Reviews

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Gold fällt auf 4.050 US‑Dollar
03:26 2026-06-24 UTC--4

Gold ist gefallen und unter die Marke von 4.050 US-Dollar je Unze gerutscht und hat damit ein Zweiwochentief erreicht. Heute hat das Metall nach einem Rückgang von 1,7 % gestern zeitweise weitere 0,6 % verloren, diese Verluste inzwischen jedoch teilweise wieder aufgeholt.

Der Druck kommt von zwei Seiten. Der Dollar hat sich seit Wochenbeginn um 0,6 % aufgewertet, was Gold, das in Dollar notiert, für internationale Käufer automatisch teurer macht. Zusätzlich zwingt der Ausverkauf bei Technologiewerten Anleger dazu, ihre Positionen im Edelmetall zu reduzieren, um Verluste in anderen Sektoren zu decken.

Hier zeigt sich ein Paradox, das in Phasen von Marktstress gut bekannt ist. Gold gilt zwar als sicherer Hafen, sinkt jedoch bei größeren, marktübergreifenden Abverkäufen häufig im Preis, weil es als Liquiditätsquelle dient. Wenn Anleger Bargeld benötigen, um Margin Calls auf fallende Tech-Aktien zu bedienen, veräußern sie das, was im Wert gestiegen ist und sich leicht zu Geld machen lässt – damit ist Gold ein idealer Kandidat. Deshalb hat auch der gestrige Rückgang an der Wall Street, ausgelöst durch die Sorge, die KI-Rally sei zu weit gegangen, das Edelmetall nach unten gezogen.

Zum Liquiditätsaspekt kommt ein fundamentaler Faktor hinzu. Inflationsrisiken lasten weiterhin auf Gold, ebenso wie die gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanken die Zinsen hoch halten oder sogar weiter anheben. Die harte Rhetorik des neuen Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, in der vergangenen Woche hat die Anleger verunsichert und den positiven Effekt des iranischen Friedensabkommens neutralisiert. Bemerkenswert ist, dass der Präsident der Chicago Fed, Goolsbee, offen erklärte, die Inflation bewege sich in die falsche Richtung, und dass Deutsche Bank und Goldman Sachs ihre Goldprognosen gesenkt haben, wobei sie für dieses Jahr keinen Zinssenkungsschritt der Fed mehr einpreisen.

Angesichts der Entspannung im Nahen Osten dürfte der Markt im Zuge seiner Neubewertung der straffen Geldpolitik zwar nahe an einem Hochpunkt stehen, doch bedeutet dies keinen raschen Ausbruch aus der aktuellen Handelsspanne. Damit der restriktive Trend anhält, müssen die US-Daten weiterhin in einer Richtung überraschen, die Zinserhöhungen begünstigt. Das würde bedeuten, dass der Goldpreis unter Druck bleibt, denn das Schicksal des Metalls wird derzeit fast ausschließlich von Zinserwartungen bestimmt – und kaum von der Geopolitik.

Deshalb richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit des Marktes auf die Veröffentlichung des PCE-Index am Donnerstag. Dies ist das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, und es wird mit einer Beschleunigung gerechnet. Fällt der Wert höher aus als erwartet, würden die Erwartungen an ein restriktives Zinsniveau bestätigt, der Dollar dürfte sich weiter aufwerten, und Gold läuft Gefahr, seinen Rückgang in Richtung der psychologischen Marke von 4.000 Dollar fortzusetzen. Überraschend schwächere PCE-Daten hingegen könnten dem Metall eine Atempause und die Chance auf eine Gegenbewegung verschaffen.

Silber entwickelt sich heute etwas besser und legt um 0,2 % auf 61,71 $ zu, während Platin nachgibt und Palladium sich praktisch unverändert zeigt.

Was das aktuelle technische Bild für Gold angeht, müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 4.124 $ zurückerobern. Dadurch würde sich ein Ziel bei 4.186 $ eröffnen, wobei ein Ausbruch darüber hinaus recht schwierig werden dürfte. Das weiter entfernte Kursziel läge bei etwa 4.249 $. Kommt es hingegen zu einem Rückgang bei Gold, werden die Bären versuchen, die Marke von 4.062 $ unter ihre Kontrolle zu bringen. Gelingt dies und wird diese Spanne nach unten durchbrochen, wäre das ein schwerer Rückschlag für die Bullen und könnte Gold auf ein Tief von 4.008 $ drücken, mit der Möglichkeit eines weiteren Rückgangs bis auf 3.954 $.

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