Die Wellenstruktur im 4-Stunden-Chart für EUR/USD ist komplexer geworden. Es gibt weiterhin keinen Hinweis darauf, dass das im unteren Chart gezeigte Aufwärts-Trendsegment, das im Januar des vergangenen Jahres begann, hinfällig geworden ist. Allerdings hat die Trendstruktur inzwischen einen korrektiven Charakter angenommen. Aus langfristiger Sicht wird die Ausbildung von Welle C erwartet, deren Tiefpunkt unterhalb des Tiefs von Welle A liegen soll. Derzeit befindet sich das Tief von Welle C bereits unter dem Tief von Welle A, was bedeutet, dass Welle C jederzeit abgeschlossen sein könnte. Bleibt das Nachrichtenumfeld für den US‑Dollar jedoch günstig, könnte sich diese Welle noch deutlich weiter ausdehnen.
In der niedrigeren Zeitebene kann ich eine klassische fünfteilige bärische Struktur erkennen. Ist diese Annahme richtig, befindet sich Welle 4 aktuell im Aufbau, während Welle 3 als fünfteilige Bewegung ausgebildet wurde. Sobald diese Struktur abgeschlossen ist, könnte das Instrument in eine neue aufwärts gerichtete Wellenfolge übergehen. Dem aktuellen Wellenbild zufolge steht die Ausbildung von Welle 5 jedoch noch aus. Daher könnte der Euro in Richtung der Marke von 1,13 fallen.
Das Währungspaar EUR/USD verlor am Montag 20 Basispunkte und zeigte damit erneut eine sehr geringe Kursvolatilität. Dennoch reicht selbst ein so moderater Rückgang aus, um darauf hinzuweisen, dass Welle 5 innerhalb von Welle C beginnen könnte. Der Grund dafür ist, dass alle jüngsten Wellen relativ klein ausgefallen sind. Welle 4 könnte sich zwar noch zu einer ausgedehnteren fünfteiligen Struktur entwickeln, nach den klassischen Elliott-Wellen-Grundsätzen sollte sie jedoch idealerweise als dreiwellige Korrektur ausgebildet sein. Daher könnte sie bereits abgeschlossen sein. Trifft diese Annahme zu, befindet sich der Markt nun ganz am Anfang von Welle 5 innerhalb von Welle C.
Der Euro dürfte aus dem Nachrichtenfluss dieser Woche voraussichtlich keine nennenswerte Unterstützung erhalten. Das wichtigste Ereignis der Woche – die Sitzung der European Central Bank – wird aller Voraussicht nach mit unveränderter Geldpolitik enden. Wenn der Markt die geldpolitische Straffung der ECB vor eineinhalb Monaten ignoriert hat, könnte er bei unveränderten Zinsen in eine neue Verkaufsrunde des Euro übergehen. Die jüngste Kursentwicklung deutet darauf hin, dass sich Marktteilnehmer möglicherweise bereits im Vorfeld der ECB‑Sitzung positionieren.
Es ist außerdem wichtig, daran zu erinnern, dass geopolitische Entwicklungen weiterhin eine grundlegende Unterstützung für den US‑Dollar liefern können. Ich rechne zwar nicht mit einem erneuten scharfen Absturz von EUR/USD wie zu Beginn des Konflikts im Nahen Osten, doch der Dollar ist nach wie vor in der Lage, moderate Kursgewinne zu erzielen. Der Konflikt im Nahen Osten zeigt keine Anzeichen eines Endes, während Donald Trump beabsichtigt, die Militäroperationen gegen den Iran auszuweiten. Bereits den neunten Tag in Folge setzen Teheran und Washington ihren Austausch von Raketenangriffen fort. Iran könnte zudem in naher Zukunft zur Blockade der Meerenge von Bab al‑Mandab übergehen. Heute wurden außerdem Berichte bekannt, wonach die Huthi-Rebellen im Jemen eine Seeblockade gegen Saudi‑Arabien verhängt haben.
So bedauerlich es auch ist, der Konflikt scheint sich weiter von Verhandlungen, einem Waffenstillstand und einer diplomatischen Lösung zu entfernen. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, dürften die Ölpreise weiter steigen, die Inflation könnte erneut anziehen, und die Zentralbanken könnten gezwungen sein, die Diskussion über eine weitere Straffung der Geldpolitik wiederaufzunehmen. Da der Markt auf den Straffungszyklus der ECB bislang nur verhalten reagiert hat, bleibt die Spannbreite möglicher marktbewegender Faktoren begrenzt.

Auf Basis meiner EUR/USD‑Analyse komme ich zu dem Ergebnis, dass sich das Paar weiterhin in einem übergeordneten Aufwärts-Trendsegment (im unteren Chart dargestellt) befindet, während es sich kurzfristig nach wie vor in einem Abwärts-Trendsegment bewegt. Meiner Ansicht nach bietet das aktuelle Umfeld eine angemessene Gelegenheit, mit dem Aufbau von Long‑Positionen zu beginnen, auch wenn das Paar im Rahmen von Welle 5 innerhalb von Welle C noch bis in den Bereich von 1,13 fallen könnte. Da Wellenanalysen häufig unerwartete Entwicklungen hervorbringen, würde ich mich bereits jetzt auf Kaufgelegenheiten vorbereiten.
In der höheren Zeitebene ist nach wie vor ein Aufwärts-Trendsegment erkennbar, an das sich die Ausbildung einer korrektiven Wellenstruktur anschließt. Kurzfristig wird erwartet, dass sich Welle C weiter in Richtung des Niveaus von 1,1352 entwickelt, was dem 38,2‑%‑Fibonacci‑Retracement entspricht. Sobald die korrigierende A‑B‑C‑Struktur abgeschlossen ist, könnte ein neuer langfristiger Aufwärtstrend beginnen.
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