Gestern zeigte der US‑Dollar eine gemischte Entwicklung: Er gab gegenüber dem Euro deutlich nach, während er seine Positionen gegenüber dem Pfund und dem Kanadischen Dollar behaupten konnte.
Der Druck auf den Dollar nahm zu, nachdem der US‑Index des Verbrauchervertrauens für Juli auf 90,8 Punkte gefallen war, während ein Anstieg auf 92,4 Punkte erwartet worden war. Dieser Indikator spiegelt die Einschätzung der Amerikaner zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und zu ihren finanziellen Perspektiven wider. Da die Konsumausgaben einen wesentlichen Teil der US‑Wirtschaft ausmachen, gilt eine Eintrübung der Stimmung als besorgniserregendes Signal. Der unerwartete Rückgang untergrub die Erwartungen an eine anhaltend robuste Nachfrage und schwächte die Argumente für eine restriktive Linie der Federal Reserve, was auf die US‑Währung lastete. Für Euro und Pfund bot dieser Hintergrund Unterstützung.
Heute beschränkt sich die europäische Agenda in der ersten Tageshälfte auf die Veröffentlichung des Importpreisindex für Deutschland. Dieser Indikator bildet Veränderungen der Kosten für importierte Güter ab und dient als frühes Signal für Inflationsdruck, da steigende Importkosten sich letztlich in den Verbraucherpreisen niederschlagen. Über diesen Kanal beeinflusst er indirekt die Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank; seine Bedeutung ist jedoch deutlich geringer als die der zentralen Berichte zu Inflation und zur wirtschaftlichen Aktivität, weshalb er üblicherweise keine starke Reaktion bei der Gemeinschaftswährung auslöst. Daher erscheint es wenig wahrscheinlich, dass sich der Aufwärtstrend des Euro heute fortsetzt. Ohne wesentliche interne Impulse dürfte es das Währungspaar EUR/USD schwer haben, auf seinen jüngsten Gewinnen aufzubauen; seine Entwicklung in der ersten Tageshälfte wird daher vor allem von der Stimmung gegenüber dem Dollar abhängen.
Beim Pfund werden in der ersten Tageshälfte Daten zur Zahl der genehmigten Hypothekenanträge im Vereinigten Königreich, zum Volumen der Netto‑Kreditvergabe an private Haushalte sowie zu Veränderungen der Geldmenge M4 erwartet. Bleiben deutlich positive Überraschungen aus, dürfte jede Abweichung von den Prognosen eher zu einem Rückgang der britischen Währung führen. Ökonomen gehen davon aus, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage starkes Wachstum dieser Indikatoren begrenzt. Händler sollten daher beim Handel mit dem Britischen Pfund besonders vorsichtig agieren.
Wenn die Daten den Erwartungen der Ökonomen entsprechen, empfiehlt es sich, auf Basis der Mean‑Reversion‑Strategie zu handeln. Fallen die Daten deutlich höher oder niedriger als erwartet aus, ist die Momentum‑Strategie am besten geeignet.



QUICK LINKS